Ein Wiedervereinigungsdenkmal
an der ehemaligen Grenze zwischen
Ost- und Westdeutschland.
Die Idee
Das
Anschreiben
Die
Antwortschreiben
Der
Weg an die Öffentlichkeit
Ein
Schritt zurück
Die
Stadt Brühl im Rheinland
Aktuelle
Entwicklungen
Die Inspirationen zu der
Idee, mittels tongebender Profile auf der Asphaltschicht, an einem innerdeutschen
Grenzübergang ein Wiedervereinigungsdenkmal
zu bauen, kamen aus unterschiedlichen Richtungen:
Als Kinder legten wir Pfennigstücke
auf die Bahngleise, um später die von schweren Loks bearbeiteten
Münzen in der Schule
vorzuzeigen. Aber nicht nur die verformten Geldstücke waren spannend.
Auch der Klang der tonnenschweren
Stahlreifen, die über die winzige Unebenheit in der Oberfläche
der Gleise donnerten inspirierten
uns. Bald legten wir mehrere Geldstücke hintereinander und erhielten
so wunderbare Rhythmen.
Erst später gingen wir dazu über, die Schwellen zwischen den
Geldstücken
abzuzählen um zeitlich
definierbare Abfolgen zu erhalten. Fuhr der Zug mit einer Geschwindigkeit
von 70 km/h, was ca. 20
Meter je Sekunde entspricht, genügten zwei bis drei Schwellen zwischen
den Geldstücken, um
eine hörbare Reihe von Schlägen wahrzunehmen. Zwei Schwellen
definierten
wir als Sechzehntelnote.
Vier Schwellen waren eine Achtelnote. Als wir uns einmal besonders viel
Mühe mit dem "Auflegen"
eines sehr komplexen Rhythmus gaben, stoppte der Lockführer den Zug.
Klar, daß wir mit
totalem Herzklopfen hinterm Busch hockten und darauf warteten, daß
der Zug weiterfährt.
Die Idee, mittels Profilen
Töne "in die Fahrbahn" einzubauen, kam mir erst später. Auf der
A3 bei
Leverkusen gibt es eine
Stelle, an der beim Überfahren Töne hörbar werden. Dabei
handelt es sich
um Abrollgeräusche,
deren Höhe proportional zu der gefahrenen Geschwindigkeit sind. Hier
dachte
ich zum ersten Mal über
Profile nach, die Töne im Sinne des Zwölftonsystems erzeugen
und mit
denen Melodien in die Fahrbahn
eingebaut werden könnten. Erst während der Wiedervereinigung
kam mir die Idee, das Deutschlandlied
sozusagen als Wiedervereinigungsdenkmal in die Fahrbahn einzubauen.
Ein wichtiger Anstoß
zu dieser Idee war der Brief Helmut Kohls, in
dem er im November 1990 mit
"blühenden Landschaften"
für seine Wiederwahl warb.
Es verging noch einige Zeit,
bis ich eine erste Zeichnung herstellte, welche
die Klanginstallation
in ihren Einzelheiten zeigte.
Auf der Skizze ist zu sehen, wie ich mir die tongebenden Profile
zu diesem Zeitpunkt vorstellte.
In Frankreich und mittlerweile auch verstärkt in Deutschland
sind ähnliche Verfahren
im Einsatz. Sie sollen müde gewordene Autofahrer durch klingende
Markierungsstreifen (durchgezogene
Begrenzungslinien) vor dem Befahren des Seitenstreifens warnen.
Die nachfolgende Zeichnung
ist zu einem späteren Zeitpunkt entstanden. Weitere Zeichnungen
waren
Bestandteil der Vorbereitungen
zu einer ersten Teststrecke, die ich in Kooperation mit einer grossen
Kölner Strassenbaufirma
herstellen wollte. Die Kölner Firma sagte zunächst zu, entschloss
sich dann
aber das Projekt nicht weiter
zu verfolgen.
Im Herbst ´92 arbeitete
ich einen Plan aus, der ein erster Schritt zur Umsetzung des Wiedervereinigungsdenkmals
sein sollte. In Anlehnung
an des Kanzlers Appell an "Einsatzwillen" und "Solidarität" zur deutschen
Einheit,
forderte ich in einem ersten
Anschreiben
an das Bundeskanzleramt die Bereitstellung öffentlicher Mittel zur
Umsetzung des in der Welt
einmaligen Denkmals. Darin stellte ich meinen Beitrag zu "blühenden"
Landschaften
in Form von klingenden Landschaften
vor. Es folgten weitere Anschreiben an die Staatskanzleien
der innerdeutschen Grenzländer.
Bis zum Frühjahr ´93
waren fast alle Antworten der Landes- und Bundesämter bei mir eingegangen.
Wenn auch die Antwortschreiben
lesenswert sind und meine Idee z.T. recht originell kommentieren,
war doch keine Behörde
bereit, die Mittel zur Umsetzung des Denkmals bereitzustellen.
Hier eine Auswahl der Antwortschreiben:
- Senatsverwaltung
für Kulturelle Angelegenheiten, Berlin
- Der
Minister für Wirtschaft, Technik und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein
- Das
Büro des Ministerpräsidenten, Björn Engholm, Schleswig Holstein
- Der
Chef des Bundeskanzleramtes
- Hessisches
Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie
- Der
Bundesminister für Verkehr
- Thüringer
Ministerium für Wissenschaft und Kunst
- Büro
des Thüringer Ministerpräsidenten
- Der
Pressesprecher des Ministeriums für Stadtentwicklung und Verkehr des
Landes NRW
- Die
Niedersächsische Staatskanzlei
- Das
Kultusministerium des Landes Sachsen Anhalt
- Die
Staatskanzlei Sachsen Anhalt
- Hessische
Staatskanzlei
- Hessisches
Ministerium für Wirtschaft und Kunst
Nachdem die Mitteilungen
der Ämter beisammen waren, entschloss ich mich meine Idee öffentlich
zu machen,
um auf diesem Wege an Mittel
zu gelangen.
Ich wählte den Weg über
die auflagenstärkste Tageszeitung - die Bild-Zeitung. Nachdem diese
als
erste einen Artikel über
das Wiedervereinigungsdenkmal veröffentlichte, war der Stein ins Rollen
gebracht.
Die Deutsche Presseagentur
übernahm die Meldung vom "verrückten Plan" eines "Hürther
Komponisten"
und leitete sie weiter an
die Nachrichtenredaktionen. Abrupt setze reges Medieninteresse ein.
Zu dieser Zeit war ich hauptsächlich
damit beschäftigt, Interviews zu geben, an Talkshows
teilzunehmen und Drehtermine
wahrzunehmen. Viele Sender brachten Interviews oder stellten
für Ihre Sendungen
Filmbeiträge her.
Hier eine Auswahl der Pressestimmen:
- Bild-Zeitung
vom 18. Januar 1993
- Die
Tageszeitung TAZ, vom 29. Januar 1993
- VDI
Nachrichten
- Kieler
Nachrichten vom 6. Februar 1993
- Auto
Motor und Sport, Heft 4, 12. Februar 1993
- Kölner
Stadtanzeiger vom 4. Februar 1993
Die Überraschung kam
nach dem rastlosen Verkünden ein Wiedervereinigungsdenkmal bauen zu
wollen.
Nachdem rund 15 Millionen
Menschen in Ost- und Westdeutschland über mein Vorhaben in Kenntnis
gesetzt waren, wollte ich
nun endlich mit der Arbeit beginnen. Der Medienrummel war ja ganz nett.
Nun aber wollte ich das
eigentliche Projekt angehen. Doch scheinbar gab es außer bei den
Medien
für mein Denkmal kein
Interesse. Es schien, als sei die wochenlange Medienpräsenz in der
Öffentlichkeit
einfach verpufft. Zwar bestanden
weitere Angebote für Interviews und Sendungen. Aber mein Ziel war
es ja,
das Projekt in die Tat umzusetzen.
Von diesem Ziel war ich weiter entfernt als zuvor.
Bei dem Konzert einer Freundin
im Herbst ´94 lernte ich den Kulturamtsleiter der Stadt Brühl
kennen.
Ich erzählte ihm von
der Medien-Odyssee rund um das Deutschlandlied auf Rädern. Er entwickelte
Interesse an einer Installation
für die Stadt Brühl, jedoch mit "einer anderen Melodie" als dem
Deutschlandlied.
Zwar standen auch hier keine
Gelder zur Verfügung. Aber das zu erwartende Medieninteresse, von
dem ja
auch "Synergieeffekte" ausgehen
sollten, würde es mir leicht machen, Sponsoren für die "volksfestähnliche
Eröffnung" des präparierten
Strassenabschnitts zu finden. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Brühl
endete nach Eingang eines
abschlägigen
Bescheids des ganz oben auf der Sponsorenliste stehenden
und
in Brühl ansässigen Präsidenten des ADAC, Otto Flimm.
Hier sind aktuelle Geschehnisse rund um das Deutschlandlied auf Rädern gelistet.
Hier zuerst die Reaktionen auf diese Internet-Dokumentation:
- Süddeutsche
Zeitung, 13.Oktober 1999
- Mein
Leserbrief an die Sueddeutsche Zeitung vom 13. Okt. 1999
- Frankfurter
Allgemeine Zeitung, 30. September 1999
- Titanic,
Nr.10 / Oktober 1999
Die weitere Entwicklung